Verein für Bewegungsspiele 19 e. V. Annen

Vereins-Chronik

Bei Zusammenkünften einiger ehemaliger Mitglieder des früheren Annener Fußball Club von 1911, die aus dem 1. Weltkrieg glücklich zurückgekommen waren, wurde auch über die Wiederaufnahme des Sportbetriebes in Annen diskutiert.


- Die Gründungsmannschaft (ob die wohl mit Mützen auf dem Platz standen?) -



- Die Spielernamen auf der Rückseite des Fotos -

Als dann noch mehrere jüngere Sportbegeisterte sich diesem Kreis anschlossen, wurde zum 3. Mai 1919 zu einer Versammlung aufgerufen, in der dann von den Erschienenen die Neugründung eines Sportvereins einstimmig beschlossen wurde. Zum geschäftsführenden Vorstand wurden gewählt:

Fritz Zippermann als Vorsitzender
Wilhelm Graf als Kassierer
Fritz Murfeld als Geschäftsführer

Der letztere schlug vor, als Vereinsnamen

Verein für Bewegungsspiele 19

und als Vereinslokal das “ Deutsche Haus “ am Markt zu wählen. Beide Vorschläge fanden einstimmige Annahme. Die Anmeldung zum Westdeutschen Spielverband erfolgte umgehend, der dann die Aufnahme bestätigte, und die 1. Mannschaft der B-Klasse und dem Kreis Dortmund zuteilte. Der Verein wurde auf Antrag dann noch in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Witten eingetragen.

Durch enormen Mitgliederzuwachs konnte der Spielbetrieb bald mit mehreren Mannschaften aufgenommen werden. Leider konnte in Annen, trotz eifrigen Bemühens, kein geeignetes Gelände zur Anlage eines Sportplatzes gefunden werden, so dass die Spiele zunächst auswärts ausgetragen werden mussten. Es ergab sich dann die die Möglichkeit, vom Gastwirt Gronnemann in Rüdinghausen-Brunebeck ein nicht gerade bestgeeignetes doch verwendbares Wiesenstück anzumieten. Trotz der für Spieler und Zuschauer ungünstigen Lage des Platzes entwickelte sich das Vereinsleben sehr gut und auch die Jugendabteilung konnte wieder aufgebaut werden. Durch den Einsatz der Mitglieder wurde der Platz durch Abtragung der Unebenheiten besser bespielbar gemacht und der weite Weg im Interesse des Sports in Kauf genommen.

Nach einigen Jahren schaffte die 1. Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse, die der 1. Kreisklasse entsprach in der die Mannschaft auch heute spielt. Weitere Aufstiegschancen wurden trotz guter technischer Fähigkeiten immer wieder vergeben. Verbandsseitig wurde der Verein dem Kreis Bochum angeschlossen.

Die durch Vereinskamerad Willi Langhoff ins Leben gerufene Leichathletik-Abteilung konnte unter seiner Leitung gute Erfolge erzielen und im 1500 Mtr.-Lauf mit Walter Specht sogar einen Westdeutschen Meister stellen. Auch Kamerad Louis Brüggenthies erzielte manchen Sieg im Langstreckenlauf.

Aber nicht nur in sportlicher, sondern auch in gesellschaftlicher Hinsicht erlebte der Verein eine Blütezeit. Durch das Vorhandensein guter Gesangssolisten, die sich selbstlos immer wieder zur Verfügung stellten, war es möglich, nicht nur die Kommerse nach den Heimspielen auf ein hohes Niveau zu stellen, das bald weithin bekannt wurde und bewirkte, dass selbst Vereine der damaligen höchsten Spielklasse wie DSC 95 Dortmund und Bochum 48 gern gegen unsere Mannschaft spielten und unsere Gäste waren, sondern wir sogar einige Konzerte im Saal unseres Vereinslokals geben konnten. Für die Auflockerung der Kommerse sorgten humorvolle Vorträge einiger unserer Mitglieder, wobei "Es war zur schönen Sommerzeit" und "Junge so sprach mein Vater" immer die Wunschliste anführte. Volkslieder, Sportlieder und das Vereinslied wurden gemeinschaftlich gesungen.

Bei der Ruhrbesetzung im Jahr 1923 wurde auch das Vereinslokal mit Truppen belegt. Wir fanden vorübergehend Aufnahme im Gasthof Prünte gegenüber dem Bahnhof Nord, bis wir endgültig zum "Krupp'schen" Casino im Erlenweg übersiedelten, wo wir noch tagen.

Das harmonische Vereinsleben wurde jäh unterbrochen, als sich 1929 in Rüdinghausen ein eigener Sportverein bildete, zu dem ein großer Teil der dort wohnenden Mitglieder übertraten. Der Sportplatz wurde uns fristlos genommen und dem neuen Verein übergeben. Ein Einspruch unsererseits musste wirkungslos bleiben, da der Platzvertrag auf mysteriöse Weise verschwunden war. Wir sahen uns genötigt, unsere Spiele auf dem Platz in der Pferdebach auszutragen. Später stellte uns die Firma Wickmann ihren werkseigenen Platz entgegenkommenderweise zur Verfügung. In der Zeit der Arbeitslosigkeit verminderte sich die Zahl der Mitglieder dadurch, dass Vereinsbeiträge nicht gezahlt werden konnten und wir zur Einsparung von Verbandsabgaben gezwungen waren, die Mitgliedschaft von passiven Mitgliedern in solchen Fällen nicht weiterzuführen. Da zeitweise 9 Spieler der 1. Mannschaft arbeitslos waren, wurden die Beiträge für diese und für die Fahren nach auswärts durch Spenden aufgebraucht, da auch nennenswerte Platzeinnahmen nicht anfielen.

Doch hatte die Arbeitslosigkeit auch eine gute Seite. Konnten doch unsere Mitglieder mit der Abtragung der früheren Krupp'schen Aschenhalde an der Münzstraße beginnen. Feldbahngleise und -Loren stellte die Stadt Witten zur Verfügung. Trotz allem Einsatz konnten wir die große Halde nicht allein abtragen. Es musste zusätzlich noch ein Unternehmer eingesetzt werden. Die Kosten hierfür wurden durch Beilagen aufgebracht. Die Freude über den neuen Sportplatz war groß.

Bei der Gründung des Vereins "Ballfreunde" im Ortsteil Ardey im Jahr 1932 sank die Mitgliederzahl wiederum ab. Um den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten, zogen frühere aktive Spieler die schon lange pausiert hatten, die Fußballstiefel nochmals an. Empfindliche Niederlagen waren zunächst nicht zu vermeiden, doch glücklicherweise gab es in dieser turbulenten Zeit keinen Abstieg. Durch Neuzugänge erholten wir uns bald, und nachdem für die Vereinskameraden wieder Arbeitsmöglichkeiten kamen, ging es schnell wieder aufwärts.

Leider wurde unser mit so viel Mühe und Geld erworbener Platz schon bald von der Firma Eisenwerk Böhmer als Industriegelände aufgekauft. Trotz Vorkaufsrecht war uns der Erwerb nicht möglich. Da die Stadt Witten inzwischen aber das Stadion errichten ließ, stand uns sofort alle 14 Tage zum Spiel und wöchentlich zum Training in nächster Nahe ein Platz zur Verfügung.

Die weitere Entwicklung wurde nochmals durch den 2. Weltkrieg unterbrochen, der auch bin unseren Reihen schwere Wunden schlug. Die Namen der gefallenen Vereinskameraden wurden auf einer Gedenktafel in Holz geschnitzt. Wir werden ihrer stets in Ehren gedenken. Nach Kriegsende wurden wir gegen unseren Willen zur Bildung eines Großvereins der Sportunion Annen einverleibt. Doch fühlten sich die alten VfBer hier nicht sonderlich wohl und schon bald wurde auf gütlichem Weg eine Trennung erreicht.

Der VfB Annen 19 war wieder ein selbstständiger Verein. In den 70ziger und 80ziger Jahren stieg die 1. Mannschaft in die Kreisliga B ab und nach kurzer wieder auf, sodass die Kreisliga A eigentlich immer unsere Liga war.


- Die 1. Herren-Mannschaft 1979 -


  

Der neu gewählte geschäftsführende Vorstand setzte sich folgendermaßen zusammen:


1979 gründete der damalige 1. Vorsitzende Wilfried Bock und Hauptgeschäftsführer Klaus Knappmann unsere Damenfußballmannschaft, die ihren Spielbetrieb in der Kreisliga aufnahm. Bereits 5 Jahre später im Frühjahr 1984 wurde unter Trainer Klaus Knappmann der Aufstieg in die Bezirksliga erreicht und im gleichen Jahr eine Mädchenmannschaft zum Spielbetrieb angemeldet.

Jetzt musste die 1. Mannschaft nachziehen, was ihr auch unter Trainer Günter Weste gelang. Aus dem letzten Spiel der Saison 86/87 bei der 2. Mannschaft des SV Langendreer 04 am 24.05.87 reichte ein Punkt zum Aufstieg. Endergebnis 2:2 und das Ziel war erreicht. Der VfB Annen war Bezirksligist.

Die auch im Jahre 1997 von Klaus Knappmann und Wilfried Bock ins Leben gerufene Damen-Gymnastikgruppe, löste sich leider nach mehr als 10-jährigem Bestehen wieder auf.

Die erfolgreichsten Jahre unseres Vereins waren sicherlich die Jahre zwischen 1978 und 1989, als wir teilweise mit 16 Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen konnten.

3 Seniorenmannschaften in der A-, C-, C-Klasse.
Die Damenmannschaft in der Bezirksliga.
Eine Alte Herren- und eine Altligamannschaft.
10 Jugendmannschaften.
A 1 – Junioren, B 1 – Junioren, C 1 – Junioren, E – Junioren, Mini-Kicker, A 2 – Junioren, B 2 – Junioren, D – Junioren, F – Junioren, Mädchenmannschaft, vertraten die Farben des VfB auf dem Spielfeld.

Eine hervorragende ja sogar beispielhafte Jugendarbeit wurde geleistet. Über Jahre hinweg spielten unsere E-, D- und C-Junioren mit den Jugendmannschaften der Bundesligisten VfL Bochum und SG Wattenscheid 09 in einer Spielklasse. Freizeitfahrten nach Zwiesel, Berchtesgaden, Malente und Traben-Trabach sowie viele andere Aktivitäten wurden durchgeführt. Doch wie gewonnen so zerronnen. Bei den Jugendmannschaften fehlte es ab Nachwuchs und andere Sportarten machten dem runden Leder Konkurrenz. Die Mannschaften wurden weniger und die Abteilung kleiner. Nach 2 Jahren im Mai 1989 war der Abstieg der 1. Mannschaft besiegelt. Wir waren somit wieder A- Kreisligist.


Walter Hafermas war von 01.01.1982 bis 01.01.1988 Hauptgeschäftsführer und von 01.08.1990 bis 01.02.2002 Vorsitzender des Vereins.

Durch zahlreiche Spielerabgänge ging es dann noch weiter bergab und nach weiteren 2 Jahren im Mai 1991 war der erneute Abstieg in die Kreisliga B nicht mehr zu verhindern. Es war schon bitter für die Spieler der 1. Mannschaft, da gerade in diesem Jahr unsere Damenmannschaft unter dem Trainer Wolfgang Umierski den Aufstieg in die Landesliga erreichte. Die Damenabteilung machte sich selbständig und Klaus Knappmann wurde Abteilungsleiter der Damen.

Wieder musste die 1. Mannschaft nachziehen. Es begann ein Neuaufbau mit den verbliebenen Spielern sowie Nachwuchs aus der eigenen Jugend und Spielern, die den Weg zum VfB zurückfanden. Man besann sich wieder alter Tugenden. Kameradschaft, Kampfgeist und der Wille zum Sieg standen wieder im Vordergrund. Weitere 2 Jahre später im Mai 93 gelang unter Trainer Dieter Müller wieder der Aufstieg in die Kreisliga A. Im selben Jahr musste sich unsere Damenmannschaft leider aus der Landesliga verabschieden, obwohl sie 1992 nur knapp den Aufstieg in die Verbandsliga verfehlten. Die Selbstständigkeit der Damenmannschaft wurde wieder aufgehoben.

Heute 1994 haben wir:

2 Seniorenmannschaften in der Kreisliga A und C
1 Damenmannschaft in der Bezirksliga
1 Alte Herrenmannschaft
1 C-, D-, F-Junioren und Mädchenmannschaft

Außerdem befinden sich noch eine E- und B-Juniorenmannschaft im Aufbau.

Erwähnenswert erscheint noch, dass die Mitglieder aus der Gründerzeit, W. Schmitt, W. Graf und H. Tiemann im Jahre 1933 für ihre Verdienste um den Sport mit der goldenen Nadel des Westdeutschen Spielverband ausgezeichnet wurden und dass wir zahlreiche Mitglieder mit 40,50 und über 60 jähriger Vereinszugehörigkeit haben.

Vorbildlich sei hier der Sportkamerad Ernst Nickel genannt, der als Jugendleiter und Vorsitzender unseren Verein mitgeprägt hat. Der Westdeutsche Fußballverband hat ihn für diese besonderen Verdienste mit der Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Noch heute im Alter von 78 Jahren ist unser Ehrenvorsitzender Ernst Nickel als Mitglied des Förderkreises aktiv um das Wohl des VfB bemüht.

Mögen sich für die Zukunft immer wieder Kräfte finden, die diesen alten Kämpfern für die Vereinsarbeit nacheifern und damit der Jugend und dem Amateursport dienen und trotz mancherlei Beschwerde auch Freude ernten. Mögen alle unserer eingedenk unseres Kampfliedes.

„Aber eins, aber eins das bleibt besteh’n,
der VfB darf niemals untergeh’n.“

sich stets für das Wohl und Fortbestehen des Vereins einsetzen und auch weiterhin in treuer Kameradschaft zusammenhalten.

Mit diesen Wünschen beschließen wir im März 1994 die vorerst letzte Eintragung in diese Vereins-Chronik.

Walter Hafermas

Vorsitzender



90 Jahre VfB Annen

Am Sonntag den 03.05.2009 feierte der Verein seine 90 Jahre. Rund um das Vereinsheim wurde an diesem Tag eine gesellige Veranstaltung durchgeführt. Beginn war um 11.00 Uhr mit einem Sektfrühstück. Hierzu lud der Verein alle Vereinsmitglieder ob jung oder alt, so wie alle Freunde und Gönner ein. Ab 17.00 Uhr war ein Grillabend angesagt.


Kleiner Rückblick in die Vergangenheit des Vereins.

Die längste Zeit verbrachte der Verein im alten kruppschen Gasthof im Erlenweg in Witten- Annen. Hier wurde alles abgewickelt von der Jugend bis zur AH-Mannschaft aber auch der Damenmannschaft. In der Zeit von 1978 bis 1991 war ein weiteres Aushängeschild des Vereins die Damenmannschaft. Sie verspielte den Aufstieg in die Verbandsliga nur knapp.

1994 wurde das erste Vereinsheim am Wullenstadion erbaut. Das war zur damaligen Zeit der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Das Vereinleben wurde sehr belebt, was sich auf den sportlichen Betrieb sehr positiv auswirkte. Weitere Positivfaktoren innerhalb des Vereins waren immer wieder die Verzahnung zwischen Jung und alt. Dies sowohl im Vorstandsbereich als auch im sportlichen Bereich.

Aber es gab auch Rückschläge:

Am 31.08.2002 wurde das durch freiwilliges Engagements vieler Mitglieder erbaute Vereinsheim in Schutt und Asche gelegt. Die Ursache war Bandstiftung. Die Arbeit vieler Monate wurde in einer Nacht vernichtet. Der Blick in das Innere machte jedem klar, dass nichts mehr zu verwenden war. Nur eins merkte man sofort: Durch diese Tat ist der Verein noch enger zusammen gerückt.


Nur 20 Monate nach der Tat, am 04.05.2004 wurde das neue Vereinsheim eröffnet. Der VfB hatte ein neues Zuhause.

Man muss feststellen, dass ab dieser Zeit der Verein nochmals einen positiven Aufschwung genommen hat. Wir sind in allen Bereichen gut aufgestellt. Die Zusammenkünfte ehemaliger Aktiver aber auch älterer Vereinsmitglieder, die in den letzten Jahren regelmäßig stattgefunden haben, haben die Vereinsfamilie nochmals vergrößert.

Aber auch der sportliche Bereich entwickelte sich in den letzten Jahren stetig im Jugend- sowie im Seniorenbereich. Mit dem Spatenstich des Kunstrasenplatzes wurde begonnen. Das ist wiederum ein Grund für viele Spieler sich unserem Verein anzuschließen. Wir bleiben weiterhin mit beiden Füßen auf der Erde, denn ein Aufstieg wäre schön, aber noch nicht unter Dach und Fach.

   

Vorstand

Vorsitzender:
Herbert Schremmer

Geschäftsführer:
Thomas Keil

Kassierer:
Andreas Scholz

Öffnungszeiten:
Mittwochs und
Freitags ab
18.00 Uhr
Sonntags bei
Heimspielen

Plätze:
Wullenstation
Rasenplatz
Nebenplatz am
Vereinsheim
Kunstrasen und
Ascheplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

   
© ALLROUNDER